Ein Reisebericht

 

Tag 10

Ein weiterer Tag beginnt mit warmen Sonnenstrahlen die sich im See reflektieren und uns beim Frühstück am Ufer einen goldenen Glanz ins Gesicht zaubern. Unbezahlbar sind diese Momente, festhalten möchte man sie und doch fliegen sie vorbei. Ich muss aufpassen, dass ich nicht wehmütig werde. Die zwölf Tage sind schon fast vorbei, aber gleichzeitig freue ich mich auch schon auf Zuhause. Mir fehlen meine Lieben, die gewohnten Stimmen und ihre Zuneigung.

Es tut mir so gut hier Draussen zu sein. Ich schnitze, koche am Feuer, bade im kalten See und atme die frische Luft der schwedischen Seenlandschaft. Ich bekomme einfach nicht genug davon.

 

 

Tag 11

Mein Herz ist zerissen. Der Abschied rückt jetzt immer näher und die Natur scheint noch schöner zu sein. Wie gern möchte ich hier bleiben und noch mehr Postkartenmomente sammeln. Zugleich drängt es mich Heim zu Familie und Freunden. Damit kommen aber auch die Gedanken und Sorgen wieder näher. Was bringt der Alltag mir für Herausforderungen? Es warten kleine und große Entscheidungen und auch die Arbeit mit ihren Aufgaben. Manchmal wünschte ich Gott würde mir eine klare Richtung zeigen, in die ich gehen soll. Meist bin ich jedoch gefordert selbst die Verantwortung zu übernehmen und eine Entscheidung zu treffen. Alles abzuwägen und nach bestem Wissen und Gewissen loszugehen.

Ich bin dankbar für die Tage hier in Schweden, dass ich dem Alltag entfliehen durfte. Gott nah zu sein und zu erleben, dass er jeden Schritt begleitet. Ein weiteres Mal schenkt ER mir Ruhe und Frieden für meine Gedanken.

Die Sonne wärmt uns jetzt nochmal für die letzten Kilometer auf dem Kanu und wir tauchen unsere Paddel nochmal kräftig in das klare Wasser. Der Ostwind schiebt uns sanft aber bestimmt voran.

 

 

Tag 12

Noch nie war ich nach einem Urlaub so traurig wieder nach Hause zu gehen. Der Abschied von der Natur, den Wolken, Bäumen und Seen, aber auch den liebgewonnen neuen Freunden, war sehr schwer. Und dass, obwohl mich jede Faser meines Körpers zu meinem Lieblingsmenschen zieht.

Ungläubig muss ich immer wieder meinen Kopf schütteln und übers ganze Gesicht lächeln. In meinem Brustkorb scheint nicht genug Platz für soviel Liebe zu sein. Für die Natur hier in Schweden und die Menschen zu hause. So glücklich zu sein, hielt ich nicht für möglich.